Der Begriff “Schwarzkünstler” geht hervor aus Gutenbergs Zeit und bezeichnet die Nachkommen seiner Zunft. Die Schwarzkünstler werden auch als “Jünger der Schwarzen Kunst” bezeichnet, abgeleitet von dem Einschwärzen der Druckform mit schwarzer Farbe.

Dieser Name hat also einen historischen Ursprung. Er hat nichts mit Schwarzmalerei oder anderen negativen Gedankengut zu tun.

Gutenberg

Gutenberg wurde zwischen 1394 und 1404 als Sohn des Patriziers und Kaufmanns Friele Gensfleisch in Mainz am Rhein geboren und starb dort am 3. Februar 1468. Da sich sein Geburtsdatum nicht genau feststellen lässt, legte die Gutenberg-Gesellschaft am Ende des 19. Jh. das Geburtsdatum auf 1400 fest um anschließend im Jahre 1900 das 500jährige Jubiläum zu begehen. Nach der Mode der damaligen Zeit änderte er später seinen Namen nach der Bezeichnung des Familiensitzes seiner Eltern, dem „Hof zum Gutenberg“. Er erfand wahrscheinlich als Erster in Europa den Buchdruck mit beweglichen Lettern. In China und Korea waren ähnliche Methoden bereits Jahrhunderte früher bekannt.

Gutenberg lebte zwischen 1434 und 1444 in Straßburg. Dort gründete er mit anderen das Unternehmen „aventur und kunst“, wobei „Kunst“ im damaligen Sprachgebrauch als „handwerkliches Können“ zu verstehen ist. Für die Aachen-Wallfahrt im Jahre 1439 wurden Wallfahrtsspiegel aus verschiedenen Metallen hergestellt. Aufgrund einer Pestepedemie fand die Wallfahrt jedoch erst im Jahre 1440 statt. Weil sich seine Geschäftspartner finanziell betrogen fühlten, kam es deswegen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Über das Leben Gutenbergs sind nicht viele nachweisbare Einzelheiten bekannt. Die Bedeutung Gutenbergs für die Entwicklung des Buchdrucks liegt vor allem in der systematischen Benutzung diverser damals bereits bekannter Reproduktions- und Druckverfahren (dem Arbeiten mit Holzblöcken, Modeln und Druckplatten oder Stempeln).

Ebenso waren ihm wohl seine Experimente im Gießen der Wallfahrtsspiegel nützlich für die Entwicklung einer Legierung sowie eines Handgießinstrumentes für Metall-Lettern, mit deren Hilfe er bis zum Jahr 1453 nach einer Vulgata-Vorlage die 42-zeilige, so genannte Gutenberg-Bibel (abgekürzt B 42), druckte. Ferner druckte er Ablassbriefe, eine lateinische Grammatik, einen „Türcken-Kalender auf das Jahr 1455“. Ob er auch am Druck des „Catholicon“, eines Lehr- und Nachschlagewerks der lateinischen Sprache, beteiligt war, ist wenig wahrscheinlich.

Zuvor musste er sich allerdings um die Finanzierung der Umsetzung seiner Idee kümmern. Der Kaufmann Johannes Fust lieh ihm eine hohe Summe Geld, sodass Gutenberg zu seiner Buchdruckerwerkstatt kam. Aufgrund von Differenzen zwischen Fust und Gutenberg über die Aufteilung der Einnahmen und Ausgaben des gemeinsamen Druckunternehmens kam es zum Zwist der beiden Geschäftspartner. Man trennte sich nach einem Gerichtsprozess. Mit Peter Schöffer als Leiter blieb die ehemalige Gutenbergische Druckerei das erste auch kommerziell erfolgreiche Druckunternehmen.

Die in etwa 180 Exemplaren gedruckte Gutenberg-Bibel, von denen 49 noch heute erhalten sind, wurde ein beträchtlicher Erfolg. Wie Andreas Venzke in seiner Biografie über den Buchdruck-Erfinder nachweist, muss Gutenberg daran – entgegen der landläufigen Darstellung, wonach ihn Johannes Fust in die Armut getrieben habe – erheblich verdient haben.

Das Gautschen als alter Buchdruckerbrauch

gautsch

Gautschbrief von Silvia Schröder

Drucker hatten von jeher einen besonderen Stolz auf die Jahrhunderte alte und bedeutungsvolle Kunst ihres Schaffens. Wer diese Kunst erlernen wollte, musste über einen besonderen Grad an Bildung und Wissen verfügen. Drucker hatten schon immer einen sehr engen Kontakt mit der Geisteswelt, mit Akademikern und Studenten. So kam es, dass dadurch mancherlei Zunftbräuche der Drucker mit Gebräuchen zusammenhängen, die sie den Studenten abgeschaut haben. Diese Bräuche haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten.

Dem neuen Gesellen sollte noch einmal seine Lehrzeit mit allen Fehlern und die handwerkliche Zukunft mit allen Pflichten und Tugenden vor Augen gehalten werden. Diese Rituale die in vielen Handwerken gepflegt wurden, waren zum Teil sehr rauh und hinterließen nicht selten bleibende Spuren z.B. durch das Ziehen von einzelnen Zähnen.

Dazu eine Beschreibung aus dem 17. Jahrhundert: „Wolan es muß das groben Schwein/Mit sonderm Fleiß behobelt seyn/ Knecht/ Hilff mir lustig machen.“ Und nachdem bereits einiger Schabernack getrieben worden war: „Nun ist er heraus der böse Zahn/ Gib die Pommad‘ her mein Compan/ Den Bart ihn anzustreichen: Auf daß dem schönen Jungfern-Knecht Ein jeder mög‘ ansehen recht/ Die Hund‘ ihn auch beseichen“.

An die Stelle dieser Depositions-Spiele trat in die Mitte des 19. Jahrhunderts das etwas einfachere Gautschen mit dem anschließendem Gautschfest, das sich auch heute wieder großer Beliebtheit erfreut (siehe LINKS unten). Meister und Gesellen nehmen dadurch die Lehrlinge nach Abschluss der Lehrzeit in ihren Kreis auf. Da dabei das Wasser, wie bei der Papierherstellung, eine wesentliche Rolle spielt, wurde der Begriff Gautschen für diese Zeremonie übernommen.

Die Beteiligten

Zu einem Gautschakt gehören der Gautschmeister, der erste und zweite Packer so wie der Schwammhalter. Meist gibt es noch eine unterschiedliche Zahl an Zeugen, die auch auf dem Gautschbrief ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden. Nass geht es auch heute noch zu und her, wenn gegautscht wird. Aber nicht nur der Täufling wird nass, sondern oft auch die Packer und die Zuschauer.

Der Ablauf

Auf den Ruf des Gautschmeisters «Packt an!» wird der Jünger gefasst, in eine mit Wasser gefüllte Wanne oder, wenn man es weniger drastisch machen will, auf einen mit Wasser vollgetränkten Schwamm gesetzt. Bei manchen Druckereien zur Taufe auch ein in der Nähe des Betriebes liegender Brunnen herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig angefeuchtet wird. Da aber der Jünger sich oft tapfer wehrt, um sich schlägt und beisst, gelingt das Anpacken oft nicht immer auf den ersten Angriff. Je mehr er sich wehrt, desto mehr wird er auch noch von oben herab begossen, sodass der Jünger am ganzen Körper pudelnass wird. Gelegentlich wird das Gautschen auch als symbolische Maßnahme betrachtet, um die schlechten Gewohnheiten aus der Lehrzeit abzuwaschen.