Wissensdatenbank: Wissenswertes
Geeignete Editoren für die Bearbeitung von Quelltext-Dateien

Auch wenn beispielsweise Joomla und Wordpress Applikationen sind die auf einem Webserver laufen und über einen Browser bedient werden, so kann es doch vorkommen, dass Dateien manuell geöffnet und bearbeitet werden müssen. Zum Beispiel, um bei einem Umzug die neuen Zugangsdaten in die Konfiguration zu schreiben, eine Kleinigkeit in der Ausgabe einer Erweiterung zu ändern oder den Tracking-Code einer externen Statistik zu integrieren. Doch das einfache Vorhaben kann schnell zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, im schlimmsten Fall dazu, dass das eigene Projekt zeitweise nicht mehr erreichbar oder funktionsfähig ist. Denn die eigentlich einfach Rechnung, die betreffende Datei herunterzuladen, zu bearbeiten und wieder auf den Server zu schieben, wird leicht vom verwendeten Texteditor ausgebremst. Verwendet man dort ein Programm, welches für das Bearbeiten von Quelltexten nicht geeignet ist, nimmt das Unglück schnell seinen Lauf. Grund genug sich einen kleinen Überblick zu verschaffen und einige geeignete Programme zu empfehlen.

Bevor wir aber an dieser Stelle weitermachen, wollen wir zuerst einen kleinen Abstecher zu den Hintergründen machen, die dafür verantwortliche sind, dass ehemals perfekt funktionierende Dateien plötzlich ihren Dienst versagen und Fehlermeldungen verursachen. Dabei ist der Grund eigentlich vollkommen trivial, liegt darin begründet, dass sich viele Programme anmaßen Dateitypen zu öffnen und zu editieren, für die sie denkbar schlecht geeignet sind. Und so bearbeiten viele Anwender Konfigurationsdateien und Templates mit ihrer Textverarbeitung, fangen sich damit versteckte Steuerzeichen und Formatierungen ein, und legen damit von einer Sekunden zur anderen ihre Seite lahm. Dabei gibt es jede Menge - auch kostenlose - Alternativen, mit denen sich Quelltexte komfortabel aufbereiten und bearbeiten lassen. Und für jedes Betriebssystem steht mindestens ein kostenloses und geeignetes Programm zur Verfügung.

Den Anfang wollen wir mit dem äußerst beliebten Notepad++ machen, einem Allround-Editor der unter Open Source entwickelt wird, und für Windows kostenlos zur Verfügung steht. Auch wenn die Namensähnlichkeit es vermuten lässt, hat diese Editor herzlich wenig mit dem normalen Windows-Notepad gemeinsam. Denn im Gegensatz zum Namensvetter, bietet es ein Vielfaches an Funktionen die weit über das einfache bearbeiten von Texten hinausgeht. Notepad++ besitzt beispielsweise eine Multi-Ansicht, Autovervollständigung, Syntax-Hervorhebung und kann mit PHP, HTML, CSS, JavaScript, ASP, Pearl, XML und noch vielen anderen Programmiersprachen umgehen. Ausserdem kann er mit Erweiterungen ausgebaut werden, und geht überaus schonend mit den Ressourcen des Rechners um auf dem es läuft. Ein sehr ausgereiftes Werkzeug das sich recht schnell erschließt und auch für den Hobby-Entwickler eignet. Ausserdem steht für Windows der ebenfalls kostenlose "Proton" zur Verfügung der ohne Installation direkt gestartet werden kann. 

Bedeutend entspannter zeigt sich die Situation bei Linux. Dort gehörte es schon immer zum guten Ton, sich an Standards zu halten, und so wenig Formatierungen wie möglich in den Dokumenten zu verstecken. Vor allem bringen die bekannten Distributionen wie Debian, SUSE oder Ubuntu einen fast unerschöpflichen Quell von Software mit, in denen sich auch passenden Editoren befinden. Wem dabei das oft vorinstallierte "gEdit" oder "Kate" nicht gefällt, der kann einen Blick auf den etwas umfangreicheren "gPHPEdit" werfen. Einem Editor, der sich wie das "Notepad++" vor allem um die Belange von Quelltexten kümmert. Sie also zum besseren Verständlich grafisch aufarbeitet, einzelne Bestandteile per Code-Highlightning farbig hervorhebt und damit die Arbeit vereinfacht. Ausserdem bietet "gPHPEdit" einen Syntax-Check, eine PHP-Hilfe (englisch) und eine gute Suchfunktion mit. Wer sich mit der sehr spartanischen Oberfläche anfreunden kann, bekommt einen kleinen, schnellen und kostenlosen Quelltext-Editor, der für die üblichen Aufgaben vollkommen ausreichend ist.

Auf dem Mac ist die Situation nicht ganz so verfahren wie bei Windows, aber es fehlt die große Auswahl an Editoren wie bei Linux. Zwar wird ein recht passables Programm in Form des "TextEdit" mitgeliefert, allerdings ist dieser Meilen von der Funktionsvielfalt eines Notepad++ entfernt. Vor allem müssen Anwender erst entsprechend die Einstellungen bearbeiten um auf der sicheren Seite zu sein. Denn von Hause aus gilt beim "TextEdit" die Devise: "Wer formatiert, verliert!". Besser funktioniert es mit dem kostenlosen "TextWrangler", der sich wie "Notepad++" und "gPHPEdit" auf das Code-Hightlightning und die gängigen Programmiersprachen versteht. Er kann eine extra Seitenleiste zur Verwaltung mehrere Dateien oder ganzer Projekte einblenden, direkt mit FTP-Servern kommunizieren und bringt einen ganzen Werkzeugkasten zusätzlicher Tools mit. Ausprobieren lohnt sich.

Wie man sieht, gibt es für jedes der drei gängigen Betriebssysteme mindestens einen passenden Editor, mit dem sich Quelltexte problemlos bearbeiten lassen. Macht man sich die Mühe nach weiteren Alternativen zu suchen, wird die Liste noch um viele Einträge länger. In Hinblick auf Linux sogar fast unüberschaubar. So gesehen gibt es also keine guten Gründe, PHP-, HTML- oder CSS-Dateien mit Word oder anderen, ungeeigneten Programmen zu öffnen und zu bearbeiten.